Jugendmodelle und Flugklassen
Es gibt eine schier endlose Anzahl von Modellflugzeugen, die für den Einstieg in den Modellflugsport geeignet sind. Für den Anfang ist es wichtig, dass die Modelle über gutmütige Flugeigenschaften verfügen und damit schnell zu beherrschen sind, sodass das Bauen und Fliegen eines Modellflugzeuges zu einer spannenden aber doch gut lösbaren Herausforderung wird. Zusätzlich sollten die Modellgröße, der Bauaufwand und die Kosten in einem überschaubaren Rahmen liegen. Anhand ihrer Größe und Bauform werden die Modellflugzeuge den unterschiedlichen Flugklassen „Freiflug“, „Motorflug Junior“, „Motorflug Expert“, „Elektrosegelflug“ und „F-Schlepp“ zugeordnet.
 
Freiflug
Für den Einstieg in die Modellfliegerei und zum Sammeln von ersten handwerklichen Erfahrungen beim Bauen von Modellflugzeugen sind Freiflug-Modelle mit einer Spannweite bis 1,2m besonders gut geeignet. Die kostengünstigen Modelle verfügen über keine Fernsteuer-Anlage und werden per Hochstart in die Luft befördert. Dabei wird ein Seil mit bis zu 50m Länge am Modellflugzeug eingehangen. Über eine Umlenkrolle zieht der Pilot das Modell in die Luft (ähnlich einem Drachen). Um eine möglichst große Ausklinkhöhe zu erreichen, muss der Pilot während der Startphase auf die richtige Geschwindigkeit achten und diese an die jeweiligen Windverhältnisse anpassen. Durch seitliches Ziehen kann das Modell gelenkt werden. Nach dem Ausklinken begibt sich der Pilot auf die Verfolgung des Modells, weshalb die Freiflug-Klasse unter den Kindern und Jugendlichen auch als „sportlichste Flugklasse“ gilt. Um den Hochstart zu trainieren, setzen wir zunächst ein ferngesteuertes Freiflugmodell ein, sodass die Jugendleiter gegebenenfalls korrigierend in die Startphase eingreifen können.
 
In unserem Modellbaukurs nutzen wir die Freiflugmodelle, um Kinder und Jugendliche an die handwerklichen Fertigkeiten zum Bau eines Flugmodells heran zu führen. An den Modellen wird geklebt, geschliffen, gesägt, zugeschnitten, gemessen, angezeichnet, gestrichen und vieles mehr. Außerdem sind die Modelle ideal geeignet, um den Kursteilnehmern die verschiedenen Materialien und Klebstoffe sowie die Bauteile und die Funktionsweise von Flugzeugen näher zu bringen.
 
   
Motorflug Junior
Die Flugklasse „Motorflug Junior“ ist hervorragend für den Einstieg in das ferngesteuerte Modellfliegen geeignet. Geflogen werden Modelle, die mit einem Verbrennungs- oder Elektromotor angetrieben werden. Die Tragfläche befindet sich im oberen Drittel des Rumpfes, wodurch die Modelle über eine besonders gute Flugstabilität und ausgewogene Flugeigenschaften verfügen. Die Junior-Modelle sind ideal geeignet, um das Steuern eines Flugmodells und die verschiedenen Flugmanöver zu lernen. Im Verein nutzen wir die Modelle daher auch in der ersten Phase der Modellflugausbildung.
 
   
Motorflug Expert
Fortgeschrittene Piloten wechseln mit zunehmender Flugerfahrung häufig zum „Motorflug Expert“. Die Modelle verfügen gegenüber den „Junior-Modellen“ über stärkere Motoren (Verbrennungs- oder Elektromotoren) und ein sehr agiles Flugverhalten, wodurch sie ideal für den Einstieg in den Motorkunstflug geeignet sind. Die Motorleistung erlaubt es, nahezu senkrecht zu steigen, sodass die Flugfiguren wie Loopings und Rollen sehr großräumig geflogen werden können. Aufgrund ihrer Bauweise sind die Modelle außerdem sehr gut für den Rückenflug geeignet.
 
   
Elektrosegelflug
Neben den beiden Motorflugklassen eignet sich auch der Elektrosegelflug hervorragend zum Erlernen des Modellfliegens. Eingesetzt werden Segelflugmodelle mit einer Spannweite 2,1m. Zum Starten verfügen die Modelle über einen Elektromotor, mit dem sie auf eine ausreichende Höhe gebracht werden. Dort angekommen, wird der Motor abgeschaltet und das Modell fliegt im Gleitflug weiter. Steuert der Pilot das Modell dabei in warme aufsteigende Luft - sogenannte Thermik -, steigt es wie ein Greifvogel weiter in die Höhe. Auf Grund der großen Spannweite der Tragflächen und dem geringen Gewicht erreichen die Segelflugmodelle dabei mitunter sehr lange Flugzeiten, was sie für die Flugschulung attraktiv macht. Besonders geeignet ist der Elektrosegelflug als Vorstufe zum reinen Segelflug ohne Antrieb. Mit den Modellen kann sehr gut das Aufspüren und richtige Kreisen in der Thermik trainiert werden. Wird die verbleibende Flughöhe zu gering, ermöglicht der Elektromotor ein erneutes Aufsteigen und bietet damit zusätzliche Sicherheit vor Landungen außerhalb des Modellflugplatzes.
 
   
F-Schlepp
Beim F-Schlepp – auch als Flugzeug-Schlepp bezeichnet – handelt es sich um eine Teamdisziplin von zwei Piloten mit einem Motor- und einem Segelflugmodell. Die beiden Modelle werden in einer Reihe hintereinander aufgestellt. Am Motormodell wird ein Schleppseil eingehangen, nach hinten zum Segelflugzeug geführt und dort ebenfalls eingehangen. Anschließend zieht das Motorflugzeug das Segelflugzeug hinter sich her („das Motormodell schleppt das Segelflugmodell“). Während der Schleppphase müssen beide Piloten die Modelle genau im Blick haben, aufeinander achten und entsprechend reagieren. Das Motormodell gibt die Flugrichtung und –geschwindigkeit vor, der Seglerpilot steuert diesem hinterher. Wenn eine ausreichende Flughöhe erreicht ist, klinkt der Seglerpilot das Schleppseil aus und begibt sich auf Thermiksuche. Das Schleppflugzeug steigt währenddessen nach unten ab. In einem tiefen Überflug wird das Schleppseil auf dem Modellflugplatz abgeworfen und anschließend gelandet.
   
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